14. bis 18. Oktober 2026 | Getreide anbauen, Schweine züchten, Kühe melken: Wer selbst nichts mit Landwirtschaft zu tun hat, stellt sich den Alltag auf dem Bauernhof so vor.
Nicht falsch. Aber heute setzen landwirtschaftliche Betriebe oft auf mehrere Standbeine. Etwa Käserei, Biogas, Hofladen oder Ferienwohnungen, all das soll zusätzlich Geld in die Kasse bringen.
Die Oberschwabenschau bietet hierzu Hintergrund-Infos an: „Landwirtschaft – mehr als du denkst!“ ist Thema einer Ausstellung, die das Landwirtschaftsamt organisiert. Man findet sie in Messehalle 11, im Rahmen der Sonderschau „Der Grüne Pfad“.
Eine Hofkäserei hat Familie Minsch in Ellerazhofen bei Leutkirch aufgebaut. Eigene Produkte werden auf Wochenmärkten verkauft und im Automaten auf dem Hof. Der Deissenhof in Boos hat einen Hofladen aufgemacht und liefert Bio-Gemüsekisten in der Region, man kann auch online bestellen. Der Heslerhof in Sommersbach bei Isny betreibt eine Biogasanlage und hat Photovoltaik. Strom wird gespeichert und auch eingespeist. Der Hof vermarktet Fleisch, außerdem gibt es dort Alpakas, mit denen man wandern kann, und Bauernhof-Erlebnispädagogik.
Martins Lohnunternehmen in Fronreute bietet Dienstleistungen an, als Lohnunternehmen im Ackerbau ebenso wie Baggerarbeiten, Maschinenvermietung oder Gartenarbeiten für Privatleute. Dort wird auch eigenes Rapsöl hergestellt und vertrieben. Auf dem Mockenhof in Eisenharz kriegt man Likör, kann Ferienwohnungen mieten oder zum Camping kommen.
„Wer heute einen landwirtschaftlichen Betrieb hat, muss sich was einfallen lassen“, sagt Amtsleiterin Andrea Gmeinder vom Ravensburger Landwirtschaftsamt. „Aus unserer Sicht funktioniert das hier in der Region auch sehr gut. Wir wollen auf der Messe ein paar dieser Erfolgsgeschichten erzählen!“ Einige Betriebe werden mit ihren individuellen Lösungen auf Schautafeln in der Sonderschau vorgestellt. Messegäste können mit etwas Glück auch live ins Gespräch kommen: Mitten in die Ausstellung wird ein kleines Podium gestellt. Jeden Tag um die Mittagszeit wird dort jemand von einem der vorgestellten Höfe anwesend sein. „Wir freuen uns, wenn viele Leute neugierig vorbeikommen, Fragen stellen und etwas Neues erfahren über den Alltag in der Landwirtschaft“, sagt Andrea Gmeinder.
Begrünung mit echten Pflanzen in Halle 11
Die Sonderschau „Der Grüne Pfad“ hat jedes Jahr das Ziel, Stadtmenschen und Menschen aus den ländlichen Gebieten miteinander ins Gespräch zu bringen. „Wer selbst nicht auf einem Hof lebt, weiß vieles einfach nicht“, sagt Simon Bayer vom Landwirtschaftsamt. „Etwa, wer im Winter die Straßen geräumt hat, auf denen man morgens um halb sieben zur Arbeit fährt. Denn das war in ländlichen Gebieten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Landwirt: Auch Winterdienst gehört zu den Dingen, die vielerorts Bauern übernehmen, um besser über die Runden zu kommen.“
Simon Bayer hat auch dieses Jahr gemeinsam mit einer Kollegin den ganzen Sommer über Pflanzen großgezogen, damit sie auf der Oberschwabenschau gezeigt werden können. Mitten in Halle 11 wird es etliche begrünte Quadratmeter mit lebenden Pflanzen zu sehen geben. Diesen Sommer mussten die Messe-Pflanzen besonders oft gegossen werden. Und wegen der Hitze habe bei manchen Arten das auf die Messe ausgerichtete Timing nicht gut funktioniert, berichtet Bayer – sie reiften schneller als geplant.
Zu sehen sind dieses Jahr neben klassischen Getreidesorten auch Soja, Raps und Bohnen sowie einige Besonderheiten: Der Lein ist reif und zeigt üppig den Leinsamen. Und es gibt Kichererbsen-Pflanzen, die mittlerweile auch im Ländle immer häufiger werden. Erste Höfe verarbeiten sie bereits zu Mischungen, aus denen man Falafel oder Hummus machen kann.
Infos zur Oberschwabenschau
Die Oberschwabenschau 2026 in Ravensburg dauert von 14. bis 18. Oktober. Die Messe hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Tickets für die Messe bekommt man online unter www.oberschwabenschau.de.
Informationen über Programm, Messegelände, Anfahrt und Parken gibt es unter www.oberschwabenschau.de.




