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Von Flusspiraten und Wandervögeln – Wie Sportberger die Jugend zum Camping brachte!

Campingidyll am Fluss: Die Familie von Hans Berger, dem Gründer von Sportberger, genießt den Urlaub. Der Wohnwagen Karawane wird von Bergers Adler 2,5 Liter gezogen. Das Sportberger Faltboot ist auch dabei. Ca. 1939
Bildrechte: Fritz Berger GmbH

Bad Waldsee - Ab dem 17. Mai ergänzt die neue Sonderausstellung Von Flusspiraten und Wandervögeln den Ausstellungsbereich des Erwin Hymer Museums in Bad Waldsee. Die Sonderausstellung führt zurück zu den Wurzeln der Campingbewegung in Deutschland und widmet sich einem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Pionier der Campingbewegung in Deutsch-land: Hans Berger.


Zahlreiche Exponate, von Faltbooten über Zelte und Campingzubehör bis zu Wohnwagen, zeigen, wie sich aus dem Wandervogel und dem Wasserwandern die Campingbewegung in Deutschland entwickelte und warum Hans Berger, der Firmengründer von Sportberger, daran einen großen Anteil hatte. Berger, der bereits ab 1919 Faltboote herstellte, gründete 1924 eine Firma zur Herstellung von Campingartikeln und Campingzubehör. Schon früh erkannte Hans Berger den Bedarf an kleinen und leichten Wohnwagen. Seine Kundschaft fand er bei den zahlreichen Wasserwanderern, die seinem ersten Falt-Wohnanhänger „Haus dabei“, einer der ersten in Serie hergestellten Wohnanhänger, zu einem Erfolg machten. Innerhalb kürzester Zeit wuchs Sportberger zum erfolgreichsten Hersteller von Wohnwagen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

„Die Ausstellung zeigt nicht nur Originalexponate. Sie erzählt auch vom Ausbruch der Jugend aus der industriellen Stadt, vom Wunsch nach einem Stück Freiheit, Gemeinschaft und der Wildheit der Natur“, sagt Ausstellungskuratorin Isabell Eisenbarth. Ausgestellt ist unter anderem ein Sportberger L4 Lux, einer der letzten Wohnwagen-Modelle, die Sport-berger hergestellt hat. Das ausgestellte Exemplar stammt aus dem Privatbesitz der Tochter des Firmengründers Hans Berger. Das Besondere an dem L4 Lux: Er diente ihr als Gefährt für die Hochzeitsreise im Jahr 1967. Außerdem sind unter den Ausstellungsstücken zwei original erhaltene Sportberger Faltboote aus den 1930er Jahren und ein Exemplar des be-rühmten Zeltanhängers „Haus dabei“. Zum ersten Mal gezeigt wird ein Sportberger K4, die Weiterentwicklung des ebenfalls ausgestellten, meistverkauften Wohnwagens der Vor-kriegs-zeit. Zahlreiches historisches Bild- und Filmmaterial, Zeitschriften, Prospekte und zeitgenössische Berichte lassen die Besucher in die Zeit der Pioniere des Caravanings ein-tauchen. Viele interaktive und spielerische Elemente sowie eine Bastelaktion für Kinder ma-chen den Besuch der Sonderausstellung zu einem spannenden Ausflug für die ganze Fa-milie. Begleitet wird die Sonderausstellung von zahlreichen museumspädagogischen Pro-grammen und Workshops.

„Hans Berger war ein Pionier der Campingbewegung in Deutschland, ist aber mittlerweile fast in Vergessenheit geraten. Mit dieser Ausstellung wollen wir das ändern“, so Museums-direktor Sascha Fillies. Die Firma Sportberger zog sich 1966 aus dem Wohnwagengeschäft zurück und konzentrierte sich wieder auf Campingzubehör. Hans Berger hat seinen Einfluss auf die Campingbewegung in Deutsch-land möglicherweise nie erkannt. Er starb tragischer-weise am Tag der Auslieferung des letzten Wohnwagens. Bis zum Verkauf der Firma 1995 leitete seine Tochter Margarete Holbe-Berger die Ge-schicke der Firma des Camping-Pio-niers.

Die Ausstellung läuft voraussichtlich bis September 2024. Der Eintritt zur Sonderausstellung ist bereits im Eintrittspreis des Museums enthalten. Die Sonderausstellung Von Flusspiraten und Wandervögeln ist in die Hauptausstellung des Erwin Hymer Museums integriert.

 

 

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